1. Grundlagen
 

"Atem hat eine lebenstragende Funktion. Atmend können wir unseren Leib kennenlernen. Atem kann erfahren und erlebt werden. Er teilt sich über das Wort nur beschränkt mit." (Ilse Middendorf)

Ilse Middendorf zeigt einen Weg auf, die Atemerfahrung lehrbar zu machen; diese baut nicht auf einem theoretischen Konzept auf, sondern kann nur durch eigenes Erleben entstehen und wachsen. Sie ist einerseits individuell, andererseits wurden im Laufe der Zeit Atemgesetze entdeckt, die allgemeingültig sind. Diese Atemgesetze sind aus der Atemerfahrung erwachsen und können als Atemwissenschaft (Pneologie) bezeichnet werden.

Durch die Anleitung bzw. Behandlung der Atemtherapeutin wird sich der Klient seines "heilen Kerns", der inneren Heilkraft und seines leiblich-seelisch-geistigen Entwicklungspotentials bewusst, indem er "am Leitseil des Atems" (Middendorf) seine Empfindungsfähigkeit, Sammlungsfähigkeit und Atemfähigkeit ausbildet und steigert. Dies fördert eine verantwortungsbewusste innere und äußere Haltung sich selbst und der Welt gegenüber, was sich auf bestehende Krankheiten heilend auswirkt. Der angestrebte Eutonus setzt Kräfte frei und beeinflusst das gesamte Dasein und Leben der Betreffenden positiv. Die Lebenseinstellung kann sich wandeln.  
 

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